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The Public is merely a multiplied "me." -- Mark Twain


rocksolid / de.rec.film.misc / 1900 (1976)

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* 1900 (1976)F. W.
+- Re: 1900 (1976)Stefan Froehlich
`* Re: 1900 (1976)Manfred Polak
 `* Re: 1900 (1976)Cornell Binder
  `* Re: 1900 (1976)Manfred Polak
   `- Re: 1900 (1976)Cornell Binder

1
Subject: 1900 (1976)
From: F. W.
Newsgroups: de.rec.film.misc
Date: Thu, 18 Apr 2024 07:28 UTC
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Newsgroups: de.rec.film.misc
Subject: 1900 (1976)
Date: Thu, 18 Apr 2024 09:28:22 +0200
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Tut mir leid, ich habe die Woche der besonderen Filme und alle Mitleser
jetzt eben auch. ;-)

Zu den dummen Fragen, die dumme Leute an Künstliche Intelligenz stellen,
gehört die nach dem längsten bekannten Spielfilm. Folgerichtig stellte
ich Gemini diese Frage und erhielt als Antwort "1900 von Bertolucci".

1900?

Also flugs die IMDB angeworfen und recherchiert. Tatsächlich: die
Laufzeit ist mit 5 Stunden, 17 Minuten angegeben. Noch dümmere Menschen
besorgen sich also den Film und setzen sich einen dreiviertel Arbeitstag
vor den Fernseher, um alte Geschichten mit alten Menschen aus noch
älteren Zeiten anzusehen.

Freilich erwartete ich nicht, dass jemand DVDs verkauft, die über 5
Stunden Film beinhalten. Aber ich irrte mich: die DVD ist verkäuflich,
wenn auch nur über "Medimops", die schon in den letzten sechs Monaten
mehr für meine Filmerfahrung getan haben, als jeder Streamer.

Nein, online gibt es den Film m. W. nicht. "Wer streamt es?" kennt
jedenfalls keinen Anbieter zum Zeitpunkt dieses Geschreibsels.

Jetzt erwarten vielleicht einige, dass hier nun als Inhaltsangabe ein
Text von der Länge der "Brüder Karamasow" erscheint, mit biblischen
Ausmaßen den Umfangs. Aber die Story von "1900" ist ergreifend kurz:

Zwei Freunde, die am selben Tag geboren wurden, erleben gemeinsam die
Zeit von 1901 bis 1945 in Italien.

Der Reiz der Geschichte besteht darin, dass beide auf verschiedenen
Seiten (des Lebens) geboren werden: Alfredo ist der Sohn eines
Großgrundbesitzers und Olmo der Sohn des Vorarbeiters dieses
Großgrundbesitzers.

Es entspannt sich ein Mikrokosmos der Geschichte Italiens (mal wieder).
Die beiden freunden sich (gegen den Willen der Eltern) an und erleben
das Leben auf verschiedenen Seiten.

Alfredo wächst mit Pflichtbewusstsein in einem sauberen Haus auf, in dem
Frösche als Delikatesse von Dienern serviert werden. Olmo fristet sein
Dasein in der ärmlichen Gesellschaft der Arbeiter und fängt die Frösche,
die später dann als Mahlzeit bei Alfredo gereicht werden. Folgerichtig
entwickelt sich Alfredo zum Nachfolger seines Vaters zum Padrone und
Olmo schuftet für seinen Lebensunterhalt. Beide gehen in den Krieg (1914
- 1918): Alfredo als Offizier, Olmo als einfacher Soldat.

Die große Geschichte wird in Alltagsgesprächen gestreift: "Er soll
Garibaldi gesehen haben", "Die Deutschen kommen", "Fahr nicht nach Sálo".

Die Geschichte des Films dagegen könnte die von "Prinz und Bettelmann"
sein, wenn auch die Rollen nie getauscht werden. Aber die enge
Verbindung der beiden, die gemeinsamen Interessen, die unterschiedlichen
Werte zeigen sich eben im Zusammensein der Freunde und das macht die
Sache noch reizvoller. Am Ende wird Italien befreit und Kommunisten
versprechen gemeinsames Eigentum und den Arbeiter im Mittelpunkt.

Man kann sich nicht vorstellen, dass ein Film mit dieser Länge keine
Längen hat. Aber Bertolucci ist m. E. ein guter Erzähler, der auch
längere Strecken mit meist reizvollen Szenen überbrücken kann.

Leider sind einige dieser Szenen genauso unappetitlich wie für den
Fortgang der Geschichte nutzlos. Vielleicht ist der Film deshalb auch -
trotz den unglaublichen Staraufgebots - so unbekannt.

Die Szenen, die unter "Parents Advice" in der IMDB geschildert werden,
sind oft die harmlosesten. Klar sind Brüste zu sehen und nackte Frauen
full frontal. Das war in den 70ern noch kein Problem und Menschen sehen
eben so aus und Geschichte passiert so.

Unappetitlich sind vor allem drei Szenen und vor einer muss man wirklich
warnen.

1. Wir sehen einer Pubertierenden nicht nur unter den Rock (was zum
Glück undeutlich ist), sie greift einem Mann auch noch in den Hosenstall
und versucht, ihn zu masturbieren. Diese Szene war mir unangenehm. Man
fühlt ein Schutzbedürfnis für das Mädchen. Zum Glück tut der Mann dem
Kind keine Gewalt an.

2. Olmo kommt in einen Regen und zieht seine nassen Sachen aus. Ein sich
ergebende "Penisvergleich" mit Alfredo mündet in einer kurzen Szene, in
dem der erigierte Penis des Zehnjährigen zu sehen ist, was zumindest
mich etwas verstört hat.

3. Ein Junge wird später offenbar missbraucht (wird nicht gezeigt) und
anschließend vom Täter brutalst ermordet. Diese Szene ist wirklich
verstörend, auch wenn man sieht, dass eine Puppe verwendet wurde.

Meine Meinung: schneidet die Szenen raus oder zurecht. Das kann man,
ohne den Fortgang der Geschichte auch nur zu stören. Was die Szenen
sollen, erschließt sich mir auch nicht. Sie führen die Geschichte nicht
weiter. Es reicht das Ergebnis.

Tierfreunde seien ebenfalls gewarnt: es kamen echte Tiere tatsächlich zu
Tode. Das ist ätzend, wenn es um die Frösche geht. Aber verstörend, wenn
Enten angeschossen ertrinken oder grauenhaft, wenn Olmo brutalst ein
Schwein schlachtet. Auch hier denke ich, man hätte das anders oder gar
nicht zeigen müssen.

Wer Vegetarier oder Veganer werden will, hier ist also ein Einstieg. :->

Ansonsten ist der Film wirklich ein Meisterwerk: Kamera, Setting,
Landschaften, Dialoge und vor allem das Aufgebot an Schauspielern ist
wirklich beachtenswert für einen Film, der (zumindest mir) nun fast 60
Jahre völlig unbekannt war.

Und die spielen bis in die Nebenrollen, was das Zeug hält: Burt
Lancaster als alter Patron mit großen Monologen. Wir sehen Donald
Sutherland als fiesen, wirklich fiesen Nazi. Robert De Niro und der sehr
junge, fast nicht zu erkennende Gerard Depardieu in den Hauptrollen.

Wir sehen eine furchtlose Ellen Schwiers und eine ansteckend fröhliche
Anna Henkel, der späteren Frau von Herbert Grönemeyer, die leider 1998
schon die Welt verlassen musste und Grönemeyer zu "Mensch" veranlasste,
den Verlust zu verkraften.

Wir sehen ferner Sterling Hayden in einer seiner letzten großen Rollen.
Werner Bruhns! Alida Valli! Selbst die Nebenrollen sind glaubwürdig
besetzt. Auch wenn man sich wünscht, dass einzelne Figuren etwas mehr
Tiefgang verdient hätten.

Dem Film wurde eine pro-kommunistische Haltung vorgeworfen. Rote Fahnen
überall. Selbst Stalin wird gelobt. Ich empfand das aber nicht so. Auch
der Kommunismus wird als bedrohlich dargestellt, wenn die Leute
plötzlich ihr Hab und Gut verallgemeinern müssen, die Waffen abgeben
oder "politische Bauchschmerzen" kriegen.

Ich empfand den Film als angenehm antifaschistisch. So sollte das sein.

5 Stunden, 17 Minuten lassen sich tatsächlich kurzweilig verbringen. Und
ich suche schon den nächsten mir unbekannten Bertolucci-Film.

Also: klare Empfehlung. Ich behalte die DVD auf jeden Fall. Und man kann
den Film mit Freunden sehen, wenn man sie auf die verstörenderen Szenen
aufmerksam macht (oder einfach vorspult).

FW

Subject: Re: 1900 (1976)
From: Stefan Froehlich
Newsgroups: de.rec.film.misc
Date: Thu, 18 Apr 2024 14:22 UTC
References: 1
Path: i2pn2.org!i2pn.org!weretis.net!feeder8.news.weretis.net!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail
From: Stefan+U...@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Newsgroups: de.rec.film.misc
Subject: Re: 1900 (1976)
Date: 18 Apr 2024 14:22:20 GMT
Lines: 27
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X-Blattlinie: dieser Artikel repraesentiert meine persoenliche Meinung
X-Medieninhaber: Stefan Froehlich
X-Verleger: Stefan Froehlich
X-Verlagsort: Wien
X-Anschrift: 1230, Faerbermuehlgasse 4/2
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On Thu, 18 Apr 2024 09:28:22 F. W. wrote:
> Zu den dummen Fragen, die dumme Leute an Künstliche Intelligenz
> stellen, gehört die nach dem längsten bekannten Spielfilm.
> Folgerichtig stellte ich Gemini diese Frage und erhielt als
> Antwort "1900 von Bertolucci".
>
> 1900?
>
> Also flugs die IMDB angeworfen und recherchiert. Tatsächlich: die
> Laufzeit ist mit 5 Stunden, 17 Minuten angegeben.

Ich bin da einmal über eine Liste gestolpert, in der noch deutlich
längere Filme enthalten waren, wiewohl alle davon eher
experimentellen Charakters. Logistics(2012) dürfte mit einer
Laufzeit von knapp über 5 Wochen der mit Abstand längste davon sein
- weshalb sich das jemand ansieht (und ob es überhaupt schon jemand
getan hat) erschließt sich mir alllerdings nicht wirkich.

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Tief? Tiefer als Stefan!? Glaube und Zahle!
(Sloganizer)

Subject: Re: 1900 (1976)
From: Manfred Polak
Newsgroups: de.rec.film.misc
Date: Thu, 18 Apr 2024 17:01 UTC
References: 1
Path: i2pn2.org!i2pn.org!weretis.net!feeder8.news.weretis.net!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail
From: ma....@gmx.com (Manfred Polak)
Newsgroups: de.rec.film.misc
Subject: Re: 1900 (1976)
Date: Thu, 18 Apr 2024 19:01:24 +0200
Lines: 75
Message-ID: <20240418.190124.drfm.9959@polak.dyn.dhs.org>
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Reply-To: ma.po@gmx.de
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F. W. schrieb:

>Zu den dummen Fragen, die dumme Leute an Künstliche Intelligenz stellen,
>gehört die nach dem längsten bekannten Spielfilm.

Dumm ist es nur, auf so eine Frage eine *verlässliche* Antwort zu
erwarten.

>Folgerichtig stellte
>ich Gemini diese Frage und erhielt als Antwort "1900 von Bertolucci".

Und schon daneben. Ich weiß auch nicht, was denn nun der längste
Spielfilm ist. Aber "Sátántangó" von Béla Tarr [1] beispielsweise dauert
schon mal 450 Minuten, mehr als zwei Stunden länger als "1900". Und
die seit 2000 vorliegende und seit 2016 auf DVD und Blu-ray erhältliche
Fassung von Abel Gances "Napoléon" [2] dauert zwar "nur" fünfeinhalb
Stunden, aber eine neue Rekonstruktion, die heuer im Sommer Premiere
haben wird, dauert dann auch ca. sieben Stunden. Die längste Fassung
dieses Films überhaupt dauerte sogar neuneinhalb Stunden, wurde aber
nur einmal (1927) gezeigt. Erich von Stroheims "Greed" in der vom
Regisseur intendierten Fassung bewegte sich in ähnlichen Dimensionen.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Satanstango
[2] https://whoknowspresents.blogspot.com/2024/01/napoleon-wie-abel-gance-ihn-sah.html

Ja, ich weiß, dass es noch viel längere Filme gibt, aber die kann man
wohl überwiegend als höheren Blödsinn abtun.

>Freilich erwartete ich nicht, dass jemand DVDs verkauft, die über 5
>Stunden Film beinhalten.

Wie kommst Du denn auf sowas?

>Aber ich irrte mich: die DVD ist verkäuflich, wenn auch nur über "Medimops"

Auch verkehrt, den gibt es natürlich auch bei Amazon:

https://www.amazon.de/1900-2-Discs-Ungek%C3%BCrzte-Fassung/dp/B00BDF7XTC

Lass Dich nicht durch das "5 Stunden und 3 Minuten" beirren. Das ist
nur der PAL-Speedup, der hier fast ein Viertelstunde ausmacht. Natürlich
gibt es den Film (bei Amazon und anderswo) auch auf Blu-ray, und damit
ohne Speedup.

>Zwei Freunde, die am selben Tag geboren wurden, erleben gemeinsam die
>Zeit von 1901 bis 1945 in Italien.

Genau, und der Epilog spielt dann nochmal ungefähr 30 Jahre später.

>Leider sind einige dieser Szenen genauso unappetitlich wie für den
>Fortgang der Geschichte nutzlos. Vielleicht ist der Film deshalb auch -
>trotz den unglaublichen Staraufgebots - so unbekannt.

Na, so unbekannt ist er ja nun auch wieder nicht.

>Ansonsten ist der Film wirklich ein Meisterwerk: Kamera, Setting,
>Landschaften, Dialoge und vor allem das Aufgebot an Schauspielern ist
>wirklich beachtenswert für einen Film, der (zumindest mir) nun fast 60
>Jahre völlig unbekannt war.

Was die Kamera betrifft, so profitiert er auch von den speziellen Farb-
emulsionen, die Bertoluccis Kameramann Vittorio Storaro schon
Jahre zuvor entwickelt und z.B. auch in "Der Konformist" eingesetzt
hatte.

>5 Stunden, 17 Minuten lassen sich tatsächlich kurzweilig verbringen. Und
>ich suche schon den nächsten mir unbekannten Bertolucci-Film.

Den eben erwähnten "Der Konformist" aka "Der große Irrtum" finde ich auch
gut. Und über "Vor der Revolution" habe ich mal ein paar Zeilen geschrieben:

https://whoknowspresents.blogspot.com/2017/11/die-revolution-ist-abgesagt.html

Manfred

Subject: Re: 1900 (1976)
From: Cornell Binder
Newsgroups: de.rec.film.misc
Date: Thu, 18 Apr 2024 20:48 UTC
References: 1 2
Path: i2pn2.org!i2pn.org!news.swapon.de!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail
From: cob...@dafhs.org (Cornell Binder)
Newsgroups: de.rec.film.misc
Subject: Re: 1900 (1976)
Date: 18 Apr 2024 20:48:15 GMT
Lines: 36
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Manfred Polak <ma.po@gmx.com> tat schreiben tun:
>
> Ja, ich weiß, dass es noch viel längere Filme gibt, aber die kann man
> wohl überwiegend als höheren Blödsinn abtun.

Dokumentationen sind jetzt nicht zwangsläufig Blödsinn. Aber
klar, die Frage ist wie man das konsumiert.

Die IMDB bietet jedenfalls eine entsprechende Sortierung an
und da kann man auch Dokumentationen ausfiltern:

https://www.imdb.com/search/title/?title_type=feature&genres=!documentary&sort=runtime,desc

Allerdings findet man dort bereits auf Platz 4 "Zimmermädchen...
Dreimal klingeln" der mit fast 40 Stunden angegeben wird.
Eine doch eher zweifelhafte Zahl für eine deutsche
Produktion aus dem Jahr 1934.

Und gerade beim schnellen Querklicken scheinen viele
scheinbar überlage Filme eher der Zusammenschnitt von
Miniserien resp. Serials zu sein.

Also leider nichts für einen schnellen Überblick, weil man
da auch erstmal alle Angaben nachrecherchieren muss.

Umgekehrt aber auch was für einen langen Abend, wenn man
einfach mal nur viel klicken will.

CoBi
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Kleine schmutzige Briefe .............................................. 3323
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Subject: Re: 1900 (1976)
From: Manfred Polak
Newsgroups: de.rec.film.misc
Date: Thu, 18 Apr 2024 23:03 UTC
References: 1 2 3
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From: ma....@gmx.com (Manfred Polak)
Newsgroups: de.rec.film.misc
Subject: Re: 1900 (1976)
Date: Fri, 19 Apr 2024 01:03:58 +0200
Lines: 85
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Cornell Binder schrieb:

>Manfred Polak <ma.po@gmx.com> tat schreiben tun:
>>
>> Ja, ich weiß, dass es noch viel längere Filme gibt, aber die kann man
>> wohl überwiegend als höheren Blödsinn abtun.
>
>Dokumentationen sind jetzt nicht zwangsläufig Blödsinn. Aber
>klar, die Frage ist wie man das konsumiert.

Selbstverständlich sind Dokus für mich kein Blödsinn. Aber es geht
hier ja um einzelne Filme, nicht um mehr- oder vielteilige Serien (ob
nun Doku oder was anderes) oder Filmzyklen, wie die "Kinder von
Golzow".

>Die IMDB bietet jedenfalls eine entsprechende Sortierung an
>und da kann man auch Dokumentationen ausfiltern:
>
>https://www.imdb.com/search/title/?title_type=feature&genres=!documentary&sort=runtime,desc

Okay, ich hab mir mal die ersten vier Einträge angesehen.

1. Soldier

Dazu finde ich auf https://www.yvettejackson.com/news Folgendes:

"Soldier is a 5-day immersive panoramic installation created by Wa/So
(Yvette Janine Jackson + Ava Porter) specifically for the Recombinant
Media Lab housed at the Qualcomm Institute's Calit2 in La Jolla.
Surrounded by 8 screens and 16 channels of audio, viewers experience
the rise and fall of a fictitious soldier, each day of the installation
representing a different phase in his/her life (recruitment, breakdown,
buildup, battle, and desertion)."

Das kann man also weder in einem Kino noch auf DVD sehen, sondern
nur in einer speziell dafür hergerichteten Location. Sowas ist für mich
keine Doku, nichtmal ein Film, sondern, nun ja, eben eine Installation.

2. London EC1

Das ist auch keine Doku (es werden da jede Menge Rollen und ihre
Darsteller aufgeführt), und als "Handlung" findet sich dies:

"A compilation of short films showing an intriguing mix of diverse film
genres, featuring unique characters in stories full of mystery, fun and
the dark side of love."

Okay, eine "compilation of short films" kann man beliebig lang machen,
wenn einem der Sinn danach steht. Wie sinnvoll das ist, kann ja jeder
selbst entscheiden.

3. A 2nd generation film

Da hab ich jetzt auf die Schnelle nichts Substantielles gefunden (ich
hatte auch keine große Lust, länger zu suchen). Mag sein, dass das ein
einzelner Film oder eine Doku oder beides ist, oder vielleicht auch
nicht.

4. Zimmermädchen... Dreimal klingeln

Hier gerät die IMDb nun komplett ins Halluzinieren, wie Dir ja auch
aufgefallen ist.

>Allerdings findet man dort bereits auf Platz 4 "Zimmermädchen...
>Dreimal klingeln" der mit fast 40 Stunden angegeben wird.
>Eine doch eher zweifelhafte Zahl für eine deutsche
>Produktion aus dem Jahr 1934.

Das ist ein ganz normaler Spielfilm, und des Rätsels Lösung findet
sich beim Filmportal (bei "Alle Credits" und "Fassungen"):

https://www.filmportal.de/film/zimmermaedchen-3-x-klingeln_80cc45b797e64684b2a3ee50fd1b53f0

Tja, da hat ein (mit Verlaub) Depp etwas nicht verstanden. Der Film
dauert nicht 2382 Minuten, sondern er hat eine Länge von 2382 Metern.
Das entspricht (bei einem 35mm-Film) einer Laufzeit von 1:27:04.

An dieser Stelle hat mich die Lust verlassen, diese tolle Liste weiter
zu examinieren.

Disclaimer: Falls da jetzt etwas sarkastisch klang, war des keinesfalls
gegen Dich gerichtet. Gegen irgendwen da draußen aber schon.

Manfred

Subject: Re: 1900 (1976)
From: Cornell Binder
Newsgroups: de.rec.film.misc
Date: Fri, 19 Apr 2024 17:00 UTC
References: 1 2 3 4
Path: i2pn2.org!i2pn.org!news.swapon.de!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail
From: cob...@dafhs.org (Cornell Binder)
Newsgroups: de.rec.film.misc
Subject: Re: 1900 (1976)
Date: 19 Apr 2024 17:00:21 GMT
Lines: 46
Message-ID: <0Tk10sdiIt14Nv8%binder@lab.zone.dex.de>
References: <uvqi2o$39fg$16@solani.org> <20240418.190124.drfm.9959@polak.dyn.dhs.org> <0Tk0uldrI47iNv8%binder@lab.zone.dex.de> <20240419.010402.drfm.9960@polak.dyn.dhs.org>
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Manfred Polak <ma.po@gmx.com> tat schreiben tun:
> Cornell Binder schrieb:
>
> 4. Zimmermädchen... Dreimal klingeln
>
> Hier gerät die IMDb nun komplett ins Halluzinieren, wie Dir ja auch
> aufgefallen ist.
>
>>Allerdings findet man dort bereits auf Platz 4 "Zimmermädchen...
>>Dreimal klingeln" der mit fast 40 Stunden angegeben wird.
>>Eine doch eher zweifelhafte Zahl für eine deutsche
>>Produktion aus dem Jahr 1934.
>
> Das ist ein ganz normaler Spielfilm, und des Rätsels Lösung findet
> sich beim Filmportal (bei "Alle Credits" und "Fassungen"):
>
> https://www.filmportal.de/film/zimmermaedchen-3-x-klingeln_80cc45b797e64684b2a3ee50fd1b53f0
>
> Tja, da hat ein (mit Verlaub) Depp etwas nicht verstanden. Der Film
> dauert nicht 2382 Minuten, sondern er hat eine Länge von 2382 Metern.
> Das entspricht (bei einem 35mm-Film) einer Laufzeit von 1:27:04.

Ah, ich hatte gestern auch in alle anderen DBs geklickt um
zu schauen was die da haben, aber der Groschen ist leider
nicht bezüglich der m/m Verwechslung gefallen.

> Disclaimer: Falls da jetzt etwas sarkastisch klang, war des keinesfalls
> gegen Dich gerichtet. Gegen irgendwen da draußen aber schon.

Kein Streß. Mir war schon klar, daß bei der IMDB ja jetzt
nichts kuratiertes rausfallen würde. Ich wollte nur schauen,
obs grundsätzlich geht, aber man sieht halt schnell, das das
eben eine frei pflegbare Datenbank mit allen verbundenen
Problemen ist.

Und da sie frei pflegbar ist, habe ich jetzt mal eine
entsprechende Änderung für die Laufzeit eingereicht.

CoBi
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